MEerschweinchen von der Rappelkiste

♥ Die kleine Meerschweinchen-Zucht Rex & CH-Teddy ♥

Die Böckchenhaltung –              & Regeln der Vergesellschaftung
Harmonische Kastratenbande die glücklich macht ♥

Heute möchte ich über das Thema Böckchenhaltung und Vergesellschaftung bei Meerschweinchen informieren: hier halten sich noch häufig falsche Gerüchte! Und vorweg gesagt: NEIN Böcke stinken auch nicht mehr als Weibchen!

Ich bin absolut PRO Böckchenhaltung! Spreche ich aber hier von „Böckchen“ meine ich aber Kastrate- bzw. noch besser Frühkastraten-Gruppe! Der Vorteil ist, gegenüber Haremshaltung (Kastrat plus Mädchen) ist, dass es weniger Zickenkrieg innerhalb der Gruppe gibt und man doch sagen kann, dass Böckchen schnell sehr zutraulich werden und diese oft einen ruhigen ausgeglichenen und besonders liebenswerten Charakter haben. Natürlich bleibt es ein Tier, und jedes Schweinchen hat seine eigene Persönlichkeit.
Dazu hat man doch meist eine viel schönere Auswahl an Schweinchen, da bei einer Haremshaltung dann doch öfters die Mädchen angefragt werden.

Ich kann überhaupt nicht bestätigen, dass eine Kastratenhaltung nicht Anfänger geeignet ist, es muss einfach ein paar Regeln beachtet werden was die Zusammensetzung und Haltung angeht, was sich aber auch nicht von Regeln der Haremshaltung unterscheidet.

1.    Kastration ist Pflicht! Die beste Investition und beste Altersvorsorge für ihr Tier!

Jeder seriöse Züchter verfährt nach diesem Motto und gibt seine männlichen Tiere nur kastriert in Liebhaberhände. Meine Babyschweinchen werden sämtlich frühkastriert (d.h. Kastration vor der Geschlechtsreife mit ca. 3 Wochen und ca 220 gr des Tieres) und Bietet somit dem Liebhaber (also nicht Züchter) die absolute Flexibilität bzgl. der Vergesellschaftung. Der kleine Baby-Frühkastrat kann in verschiedene Gruppe integriert werden:

·        sei es in Haremshaltung wenn mehrere Mädchen plus Kastrat vorhanden ist

·        sei in eine Bockgruppe oder

·        eben als Kastrat zusammen mit Mädchen

·        Frühkastrate sind friedlich und umgänglich und ich habe bisher die allerbesten Erfahrungen gemacht und viele zufriedene Familien

·        Außerdem besitzt der Frühkastrat den Vorteil einer minimalen Perinealtasche (eine aufwendigere Reinigung entfällt meist).

2.    Warum Altersvorsorge ?
Weil man nie weiß wie sich Lebenssituationen entwickeln, ob für die Familie oder das Tier. Verstirbt der Partner haben Sie bei einem Kastrat volle Flexibilität für das neue Partnerschweinchen (ob neuer Bock, Kastrat oder Mädchen).

Außerdem steckt der Frühkastrat die Narkose noch am allerbesten Weg. Je älter das Tier wird, umso höher das Narkoserisiko und ggf. auch Komplikationen wie die Bildung von Abszessen.  
Mädchen neigen schon mal zu Zystenbildung und Hormonstörungen im Laufe des Alters. Dieses Problem hat man natürlich bei Buben nicht. Eine Kastration eines Mädchens stellt eine sehr große Bauch-OP da, die mit hohen Risiken und Kosten verbunden sind. Eine Vermittlung eines alten unkastrierten Bock ist sehr schwer möglich (später dazu mehr).

3.    Thema Kosten
Na klar, ist ein Kastrat „teurer“ im Vergleich zu einem unkastrierten Bock! Aber das sind wirklich die sinnvollsten Mehrkosten, die Sie auf sich nehmen können. Aus all den oben genannten Gründen. Meist kostet Sie der Kastrat sogar deutlich weniger, als Sie privat beim Tierarzt für eine Kastration bezahlen müssten. Dazu übernimmt der Züchter das komplette Narkoserisiko, die Nachsorge und die Terminierung beim Tierarzt (und in meinem Fall eine Strecke von 100 km zum Tierarzt). Auch die Erfahrung des Tierarztes mit Kastration von Meerschweinchen ist nicht zu unterschätzen.
Wird eine spätere Abgabe/Vermittlung des Tieres erforderlich, hat man praktisch kaum bis keine Chance für einen unkastrierten Bock eine neue Familie zu finden.
Wenn es dem Kunden nur darum geht, möglichst billig sein Tier zu erwerben, dann möge er bitte zum nächsten Bauernhof-Vermehrer gehen, dann ist er bei mir nicht richtig! Selbst ich musste schon oft die leidige Erfahrung (in anderen privaten Bereichen) machen: wer billig kauft, kauft zweimal! (und sei es die Veranlassung der nachträgliche Kastration seines 5€-Schweins)

4.    Gute Sozialisierung von Anfang an!
Hier ist es sehr wichtig auf gute Prägung des Schweinchens von Beginn an zu achten. Meine Babys wachsen im Familienverbund auf, eine gemischte Gruppe an Schweinchen von Jung bis Alt. Nach einer Frühkastration können die Schweinchen direkt wieder in ihre Familie zurück ziehen (eine Kastrationsfrist entfällt), die Schweinchen die als Böcke aufgezogen werden (meist die Schweinchen die für mich von züchterischem Interesse sind) ziehen zu meinen Erzieherschweinchen (erfahrenes Alttier von 1 Jahr und älter). Selbstverständlich berate ich jeden meiner Kunden ganz ausführlich, welche Schweinchen für eine idealen Start in die Meerschweinchen-Haltung geeignet sind. So erhält (wie in den Abgabebedingungen erwähnt) von mir keiner 2 Babyschweinchen, wenn nicht ein älteres, erfahrenes und gut sozialisierte Erzieherschweinchen vorhanden ist. Meerschweinchen lernen von Anfang an das perfekte Schweine-Einmaleins von ihren älteren Artgenossen. Natürlich geht es in einer Gruppe auch mal ruppig zu, und ab und an, muss ein Kleineres auch einen „Hacker“ einstecken, weil es sich daneben benommen hat. Alles ganz normal! Sie werden bei dem Besuch meiner Schweinchen die Gruppen in völliger Eintracht erleben. Auch gemischte Gruppen, wenn z.B. ein Zuchtbock harmonisch seinen Partner Frühkastrat akzeptiert auch wenn er Mädchenbesuch bekommt (diese Variante ist aber natürlich immer Abhängig vom jeweiligen Charakter des Zuchtbocks).
Und gerade diese Sozialisierung ist auch der Knackpunkt bei den Meerschweinchen aus dem Zooladen! Der perfekte Klassiker der dann zum Problem wird: wenn 2 gleichalte und unkastrierte Babybuben (und somit auch nicht sozialisierte) in die Familie ziehen und es dann in der Pubertät der Schweinchen (der sogenannten Rappelphase im Alter von 4 – 6 Monate) knallt!

5.    Wähle Jung zu Alt und die Rangfolge ist gleich geklärt!
Das ist Elementar-wichtig! Vergesellschafte zu einem Altbock niemals was Altes! und was Altes nennt man schon Schweinchen ab 12 Wochen! Jeder Züchter der anders berät ist unseriös!

6.    Sehr gerne eine gerade Zahl bei Kleingruppen – aber auch kein MUSS!

Starte die neue Gruppe mit einem Erzieherschweinchen! Bei einer Kleingruppe ist die gerade Zahl an Tieren von Vorteil, aber nicht immer ein MUSS. Ich habe viele Familien mit einer super harmonischen 3er Kastratengruppe. Ab 5 Tiere spielt die Gruppengröße eigentlich keine Rolle mehr (also Gerade oder Nicht). Spielen Sie mit dem Gedanken ihre 2er-Bubengruppe zu erweitern, empfehle ich auf jeden Fall zu 2 Baby-Frühkastrate (damit sich die Buben nicht um das Baby streiten, das Baby auch einen Spielgefährten hat!) und Plan B (siehe unten).

7.    Die richtige Umgebung ist wichtig für jede Konstellation

Ein bisschen Großzügiger darf das Gehege der Buben auf jeden Fall sein (gegenüber Haremshaltung), ansonsten gelten die gleichen Regeln wie immer:

·        alle Häuser und Unterstände mit mind. 2 Eingängen ausgestattet

·        Pro Schweinchen ein Unterstand (sie genießen es jeder sein eigenes Reich zu haben)

·        Heu muss immer gut zugänglich sein

·        Je nach Gruppengröße gern mehrere Futterstellen

·        Kein Mädchen in einer Bubengruppe: sonst ist Krieg vorprogrammiert

8.    Die richtige Vergesellschaftung
Werde ich natürlich oft gefragt, was es hier zu beachten gibt? Eigentlich NIX! Direkt Rein das Schwein, am besten mit etwas Frischfutter zur Ablenkung. Ich mache vorher den Stall schön sauber, so dass sich alle wohl fühlen. Ein Kennenlernen auf „neutralem“ Boden halte ich nicht für sinnvoll! Erstens spiegelt es die Realität im Gehege nicht wieder, zum anderen setzt es das bestehende Tier nur unnötig in Stress. Es ist VÖLLIG NORMAL, dass das dominante Tier (also der Erzieher) dem Neuankömmling 1-2 Tage hinter her rennen wird und diesen zu besteigen versucht (Dominanzverhalten). Am nächsten Tag sind die Wogen bereits geglättet.

9.    Keine willkürlichen Trennungen später!

Es ist darauf zu achten, dass die Tiere als Gruppe zusammen bleiben (dürfen). Ein kleiner Streit kommt in der besten Familie mal vor. Auf keinen Fall soll der große Fehler gemacht werden die Tiere zu trennen, um sie dann später immer wieder aufs Neue zu vergesellschaften. Selbstverständlich bleiben Tiere eben Tiere. In sehr sehr seltenen Fällen kann es in der Tat mal vorkommen, dass sich die Tiere so verstreiten, dass eine Entscheidung getroffen werden muss. Selbstverständlich stehe ich Ihnen ein Schweineleben-lang bei Fragen und Probleme zur Seite! Selbstverständlich macht es keinen Sinn eine Gruppe beieinander zu lassen, wenn dadurch auf Dauer ein Tier zu sehr schikaniert wird. Sprechen Sie mich gerne an! Ich möchte hier vor allem zum Ausdruck bringen, dass man es unbedingt vermeiden soll, einen gut integrierten Bock aus der Gruppe zB. für 4 Wochen nimmt (vielleicht wg Urlaub o.ä.) um ihn dann wieder in die Gruppe zu setzen. Das kann auch dann gehörig schief gehen. Kann, muss aber nicht! Man sollte auf jeden Fall ein Plan B bereithalten. Das Gleiche gilt übrigens bei Aufstockungen von Gruppen. Siehe nächster Punkt.

10.     Plan B
Zum Abschluss möchte ich noch einen letzten Punkt ansprechen: Plan B für Gruppe und Vergesellschaftungen, denn einen Garantieschein kann Ihnen kein noch so seriöser Züchter aussprechen! Er kann Sie nur an seinem doch großen Erfahrungsschatz teilhaben lassen, denn Änderungen im Gruppengefüge ist beim Züchter sein tägliches Brot! Sei es, dass neue Zuchttiere einziehen, Mädchen zum Bock in Verpaarung ziehen, Babys von ihren Müttern in Aufzucht ziehen und und und. Der Züchter führt und erlebt sehr viele Vergesellschaftungen. Ich habe mit der Umgänglichkeit meiner Schweinchen wirklich nur die allerbesten Erfahrungen gemacht. Im persönlichen Gespräch erfahren Sie dann z.B., dass eine ältere Sau sich natürlich nicht so einfach integriert in einen Haremsbestand wie eine Babysau. Ein Babykastrat hat es einfacher bei Einführung in eine Mädchenherde, als wenn der gestandene Kastrat erstmal sagt „so Mädels, ab heute bin ich der Boss!“. Aber auch hier werde ich Sie nach besten Wissen und Gewissen beraten. Da Tiere aber Tiere bleiben, kann es evtl. doch irgendwann mal zu so einem starken Zoff kommen, dass man ein Tier aus der Gruppe nehmen muss. Auch da bin ich für Sie da: grundsätzlich nehme ich ALLE meine Tiere wieder zurück (wenn es Ihr Wunsch ist)!

Ich hoffe ich konnte ein wenig aufklären! Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung und berate Sie für eine gute harmonische Gruppe! 

Ihre Alexandra Ohrnberger